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Medienseminar: Natürliche Sprache, blühende Worte – neue Wege für die Umweltkommunikation.

Die Erde leidet, Arten sterben. Wir spüren die Verluste immer mehr, gerade auch mit den Folgen des Klimawandels, die lokaler werden und näher kommen. Eine Sprache, um diese großen Veränderungen zu beschreiben und zu spüren, haben wir aber noch nicht gefunden. Denn Kommunikation hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren stark auf Inhalte, Kanäle, Zielgruppen, Strategien, Medien und Formate konzentriert – aber nicht auf die Sprache, den eigentlichen Kern. Dieses Seminar, das sich an alle richtet, die beruflich in der Umweltkommunikation arbeiten, geht deshalb neue Wege. Es sucht eine Sprache, die nicht technokratisch, verdenglischt, ungenau, aufgebläht, sperrig und kalt ist – so, wie es Wissenschafts- und Behördendeutsch, Start-Up-Geschwurbel und Unternehmens-Sprech oft sind. Wir üben vielmehr eine Sprache und suchen nach Worten, die blühen, leben, genau und treffend sind ebenso wie erhellend, erweckend und mitreißend. Es geht in diesem Seminar insgesamt um Verbundenheit, gemeinsames Wandern und sprachliches Lernen in der Natur, um offene Debatten und das Teilen von Erfahrungen mit Hilfe von Wahrnehmungs- und Meditationsmomenten sowie Übungen zu Sprache, Storytelling und neuen Narrativen. Im Nachgang gibt es eine Phase des Textcoaching von einem Monat. Basis für das Seminar ist die langjährige Erfahrung des Trainers als Umweltjournalist, Journalistik-Professor und Medienethnograf (derzeit mit einem Projekt zu indigenen Klimanarrativen in Lappland) sowie der Hintergrund als ökologischer Buddhist und heimatverbundener Naturschützer.

Anbieter: dasumweltinstitut.de, Agentur für Umweltkommunikation, Mühltal
Dozent: Prof. Dr. Torsten Schäfer, mehr hier.
Rahmen: 11. und 12.9.2020 in Darmstadt, Treffpunkt am 11. um 10 Uhr vor dem Restaurant „Bölle“ gegenüber der Haltestelle Böllenfalltor
Orte: Darmstadt und Mühltal – der Wald, der Fluss, ein Seminarraum; Details werden bei der Anmeldung zugesandt.
TeilnehmerInnen: Maximal 15
Kosten: 500 Euro inklusive Textcoaching; Übernachtungen sind selbstorganisiert und laufen auf eigene Kosten
Anmeldung bis 1.8. 2020: per Mail an torsten.schaefer@posteo.de

Wegmarken der Praxis:

  • Grundlagen der Achtsamkeit: Beobachten und Zuhören, Achtsamkeit und Wald, Übungen zu Intuition und Meditation
  • Themensuche im Wald, Textanalysen, Neu- und Umschreiben
  • Ausführliches Kennenlernen, Gemeinsame Waldgänge, ausgedehnte Schreibphasen, Zwischendiskussionen, gemeinsame Lesungen und Debatten, spontane Einkehr + offene Zeiten für alles Mögliche…
  • Übungen des Kreativen Schreibens und des Storytelling (z.B. Heldensuche, Rindenskizze, Himmelspanorama, Narrativsuche, Phrasenjagd…)

Wegmarken der Theorie

Neben Hintergründen zu allen Orten und der Region gibt es kurze Impulse + Debatten sowie Erfahrungsrunden u.a. zu:

1 Natur und Öffentlichkeit

  • Naturverlust und Natursehnsucht – die Gesellschaft ergrünt
  • Literatur: „nature writing“ als Form der Naturerfahrung
  • Zum Zustand des Umweltjournalismus in Deutschland
  • Lokale Naturreportagen: das Beispiel des Flusses Modau

2 Diskurse der Verbundenheit

  • Neue Verbundenheitsdiskurse in den Wissenschaften und der Literatur
  • Der aktuelle Bedarf nach ganzheitlicher Kommunikation, Verortung und Heimat
  • Indigene Umweltnarrative und Kommunikation
  • Neue Geschwisterlichkeit: Einblicke in das Beziehungsverhältnis mit einem Fluss

3 Natürliche Sprache(n)

  • Sprachwelten, Sprachsprünge
  • Zielgruppen-Probleme, Sprache und soziale Medien
  • Die Sprache des Digitalen Kapitalismus und ihre Risiken
  • Grundlagen der natürlichen Sprache

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