Neue Jahresausbildung für 2021

Natürliche Sprache, blühende Worte – neue Wege für eine wirksame Klima- und Umweltkommunikation.

Die Erde leidet, Arten sterben. Wir spüren die Verluste immer mehr, gerade auch mit den Folgen des Klimawandels, die lokaler werden und näher kommen. Eine Sprache, um diese großen Veränderungen zu beschreiben und zu spüren, haben wir aber noch nicht gefunden. Denn Kommunikation hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren stark auf Inhalte, Kanäle, Zielgruppen, Strategien, Medien und Formate konzentriert – aber nicht auf die Sprache, den eigentlichen Kern. Diese neue Jahresausbildung, die sich an alle richtet, die beruflich in der Umweltkommunikation arbeiten (Medien, NGO, Behörden, Wissenschaft), geht deshalb neue Wege.

Sie vermittelt eine Sprache, die nicht technokratisch, verdenglischt, ungenau, aufgebläht, sperrig und kalt ist – so, wie es Wissenschafts- und Behördendeutsch, Start-Up-Geschwurbel und Unternehmens-Sprech oft sind. Wir üben vielmehr eine Sprache und suchen nach Worten, die blühen, leben, genau und treffend sind ebenso wie erhellend, erweckend und mitreißend. Es geht in diesem Seminar insgesamt um Verbundenheit,  sprachliches Lernen in der Natur, um offene Debatten und das Teilen von Erfahrungen mit Hilfe von Wahrnehmungs- und Meditationsmomenten sowie Übungen zu Sprache, Storytelling und neuen Narrativen.

Es gibt eine Phase des Textcoaching. Basis für das Seminar ist die langjährige Erfahrung des Trainers als Autor, Umweltjournalist, Journalistik-Professor (derzeit mit einem Projekt zu indigenen Klimanarrativen in Lappland) sowie der Hintergrund als ökologischer Buddhist und heimatverbundener Naturschützer.

Haben Sie Interesse? Dann schreiben Sie mich unverbindlich an: torsten.schaefer@posteo.de

Anbieter: dasumweltinstitut.de, Agentur für Umweltkommunikation, Mühltal
Dozent: Prof. Dr. Torsten Schäfer, mehr hier.
Rahmen: Zehn Wochenenden (Fr-So), Start 2021 im Frühjahr als Präsenz – und Onlineseminar (Festlegung abhängig vom Infektionsgeschehen im Januar 2021)
Orte: Darmstadt und Mühltal – der Wald, der Fluss, ein Seminarraum TeilnehmerInnen: Maximal 15
Kosten: abhängig von Präsenz/Online-Entscheidung im Januar; Übernachtungen sind selbstorganisiert und laufen auf eigene Kosten

Beispielhafte Inhalte (kleiner Ausschnitt)

Wegmarken der Praxis:

  • Grundlagen der Achtsamkeit: Beobachten und Zuhören, Achtsamkeit und Wald, Übungen zu Intuition und Meditation
  • Themensuche im Wald, Textanalysen, Neu- und Umschreiben
  • Ausführliches Kennenlernen, Gemeinsame Waldgänge, ausgedehnte Schreibphasen, Zwischendiskussionen, gemeinsame Lesungen und Debatten, spontane Einkehr + offene Zeiten für alles Mögliche…
  • Übungen des Kreativen Schreibens und des Storytelling (z.B. Heldensuche, Rindenskizze, Himmelspanorama, Narrativsuche, Phrasenjagd, Schlechttextschreiben u.v.m.)
  • Sprachliches Einzelcoaching und Textarbeit

Wegmarken der Theorie

Neben Hintergründen zu allen Orten und der Region gibt es kurze Impulse + Debatten sowie Erfahrungsrunden u.a. zu:

Natur und Öffentlichkeit

  • Naturverlust und Natursehnsucht – die Gesellschaft ergrünt
  • Literatur: „nature writing“ als Form der Naturerfahrung
  • Zum Zustand des Klima- und Umweltdiskurses in Deutschland
  • Lokale Naturwahrnehmung

Diskurse der Verbundenheit

  • Neue Verbundenheitsdiskurse in den Wissenschaften und der Literatur
  • Der aktuelle Bedarf nach ganzheitlicher Kommunikation, Verortung und Heimat
  • Indigene Umweltnarrative und Kommunikation
  • Neue Geschwisterlichkeit: Einblicke in das Beziehungsverhältnis mit einem Fluss

Grundlagen der Klimakommunikation

  • Klimadiskurse und Klimapsychologie
  • Klimawandel als Daseinsdimension vs. Einzelthema
  • Klimanarrative (mit Übungen)
  • Klimasprachen

Natürliche Sprache(n)

  • Sprachwelten, Sprachsprünge
  • Zielgruppen-Probleme, Sprache und soziale Medien
  • Die Sprache des Digitalen Kapitalismus und ihre Risiken
  • Grundlagen der natürlichen Sprache

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